Liebe Leserinnen und Leser,
der Begriff Sektorenkopplung klingt sehr technisch, beschreibt aber im Kern eine der entscheidenden Fragen der Energiewende: Wie gelingt es, erneuerbaren Strom genau dann sinnvoll zu nutzen, wenn er verfügbar ist – statt Windräder abzuregeln oder Netze zu überlasten? Die Antwort liegt in einem integrierten Energiesystem, das Strom, Wärme, Industrie und Mobilität intelligent miteinander verbindet. Genau darin steckt das Potenzial, die Energiewende nicht nur klimafreundlicher, sondern auch sicherer und wirtschaftlicher zu machen.
Wie das konkret aussehen kann, zeigt schon heute der Klebebandhersteller Tesa: Das Unternehmen setzt in Hamburg auf eine Power-to-Heat-Anlage mit Wärmespeicher, um Prozessdampf künftig klimaneutral zu erzeugen. Überschüssiger Ökostrom wird dabei zur Wärmequelle für die Industrie – ein Beispiel dafür, wie Sektorenkopplung längst die Werkshallen erreicht und aus Theorie industrielle Praxis wird.
Wir erklären aber auch, warum solche Projekte bisher eher Ausnahmen als die Regel sind und welche Rolle integrierte Energiesysteme künftig für Versorgungssicherheit, Netzausbau und Kosten spielen. Denn: Entscheidend wird sein, wie intelligent wir die verschiedenen Energiesektoren künftig miteinander verknüpfen.
Viel Spaß beim Lesen!
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Heiko Hamann Leiter Chefredaktion
neue energie
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Sektorenkopplung
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Integrated Energy
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Ist Sektorenkopplung die unterschätzte Lösung der Energiewende?
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Lokal erzeugt – lokal verbraucht. Sektorenkopplung könnte ein zentrales Problem der Energiewende lösen: überlastete Netze. Projekte in Deutschland und Europa zeigen, wie Strom, Wärme und Mobilität effizient zusammenwirken – doch der Durchbruch steht noch aus, schreibt Frank Lassak.
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Prozesswärme
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Grüner Strom statt Erdgas: Tesa baut auf Power-to-Heat
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Klebeband steckt heute in Smartphones, Autos und Haushaltsgeräten – doch seine Herstellung verbraucht enorme Mengen Energie. Tesa will das ändern. Anke Bracht berichtet, wie das Werk in Hamburg mit einer neuen Power-to-Heat-Anlage und grünem Wasserstoff deutlich klimafreundlicher werden soll.
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Rekord bei Wind-Ausschreibungen
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ZAHLEN & FAKTEN
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Wie entwickeln sich die Ausschreibungen für Wind an Land?
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Seit der Einführung von Ausschreibungen für Windenergie an Land im Mai 2017 sind die Ausschreibungsvolumina kontinuierlich gestiegen. Insgesamt wurden zwischen 2017 und 2025 rund 58,2 Gigawatt (GW) Windenergieleistung auktioniert – wobei für etwa 48 GW tatsächlich Zuschläge erteilt werden konnten. Zwischen 2017 und 2025 hat sich das jährliche Ausschreibungsvolumen mehr als verfünffacht, wie die Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen.
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© Grafik: neue energie
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Ein Blick auf die Realisierung zeigt, dass das Ausschreibungsvolumen nicht unmittelbar in installierte Leistung übersetzt wird. Bis Ende 2025 wurden etwa 19 GW der bezuschlagten Leistung tatsächlich realisiert. Verzögerungen ergeben sich insbesondere durch Genehmigungsprozesse, Herausforderungen bei der Projektumsetzung und Marktveränderungen, schreibt Sarah-Charline Meiners.
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Strom & Netz
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Rechtsanwältin Dr. Bettina Hennig | © von Bredow Valentin Herz
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Gastkommentar
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Stromsteuerreform 2026: Weniger Bürokratie – aber erst nach der Bürokratie
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Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein umfassend novelliertes Stromsteuerrecht. Diese Reform war überfällig – und sie ist in vielen Punkten durchaus gelungen. Doch wer glaubt, dass Bürokratieabbau von heute auf morgen funktioniert, wird gerade eines Besseren belehrt, schreibt Dr. Bettina Hennig im Gastbeitrag.
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Netzauslastung
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Begrenzte Netzkapazitäten bremsen aktuell den Ausbau erneuerbarer Energien. Abhilfe schafft die Überbauung von Anschlüssen in Kombination mit Batteriespeichern. Windenergieanlagen, Solarparks und Batteriespeicher werden dabei vor dem Netzverknüpfungspunkt miteinander kombiniert. Ist das die Lösung?
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Unsere Empfehlungen
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Download-Tipp
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Sogar unter Einbeziehung der Kosten für Netzausbau und Batteriespeicher sind erneuerbare Energien deutlich günstiger als der Neubau von Gaskraftwerken. Das ist das Ergebnis eines Gesamtkostenvergleichs, den die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Wirtschaftsverband Windkraftwerke (WVW) gemeinsam in Auftrag gegeben haben.
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Video-Tipp
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FAKT erklärt Katherina Reiches Energiepolitik
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Die gestrige Sendung FAKT vom mdr ordnet die aktuelle Energiepolitik von Katherina Reiche ein (ab Minute 08:50): Die Wirtschaftsministerin gehe zwar drängende Probleme an, aber ihr Weg sei umstritten. Personen aus Wirtschaft und Wissenschaft kommen zu Wort, um Reiches Sicht auf die Energiewende zu erklären. Die Politikerin selbst wollte sich nicht in der Sendung äußern.
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Mitmach-Tipp
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Unternehmen, die Vorreiter bei Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Klimaanpassung sind, können sich der Exzellenzinitiative Klimaschutz-Unternehmen anschließen. Die Initiative möchte Innovationsimpulse setzen, Wissen austauschen und Unternehmen vernetzen. Das Bewerbungsverfahren läuft über einen Online-Check noch bis zum 31. August 2026.
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Bioenergie für die Wärmewende
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Bioöl & -gas
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Um den Weiterbetrieb von Gas- und Ölheizungen zu rechtfertigen, setzt die Bundesregierung auf Bioenergie. Das könnte der Branche zu neuer Bedeutung verhelfen, auch wenn viele Klimaexperten die Pläne äußerst kritisch sehen, berichtet Christian Dany.
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Gebäudemodernisierungsgesetz
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Das Gebäudemodernisierungsgesetz ersetzt das sogenannte Heizungsgesetz und bringt neue Regeln für Wärmepumpen, Gasheizungen und Grüngas. Experten warnen vor Unsicherheit, steigenden Heizkosten und Risiken für Verbraucher, schreibt Janna Riffeler.
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Aktuelles Magazin
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Online Lesen
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Sektorenkopplung
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Sektorenkopplung, Stromsteuer-Reform, Akzeptanz für Erneuerbare und unser Länderreport Südafrika: Erfahren Sie mehr über die aktuellen Entwicklungen der Erneuerbaren-Energien-Branche in der Mai-Ausgabe des Magazins neue energie.
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